Huforthopädie

Als Huforthopädie bezeichnet man eine Heilbehandlung am unbeschlagenen Pferd. Die Orthopädie am Pferdehuf wird sowohl vorrausschauend/präventiv als auch zur Behandlung akuter und chronischer Probleme eingesetzt. Das Spektrum der verschiedenen Hufzustände bzw. Erkrankungen ist sehr umfangreich. Von einer Erkrankung direkt am Huf z.B. Spaltenbildung, Hufrehe, Strahlfäule bis hin zu degenerativen Erkrankungen der Gliedmaße (z.B. Arthrose, Spat) gibt es ein grosses Tätigkeitsfeld für die Huforthopädie. Meist greifen mehrere Probleme ineinander oder folgen aufeinander, so dass in der Regel mit der Arbeit am Huf nicht nur ein Symtom behandelt wird, sondern die Gesamtsituation der Pferdegliedmaße bzw. des Pferdes verbessert werden kann.

 

Ein wichtiger Ansatz für den Huforthopäden ist es, einen gesunden Huf für einen gesunden Bewegungsapparat des Pferdes vorauszusetzen. Viele Lahmheiten und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates haben demnach ihren Ursprung in Hufdeformationen. Zielsetzung sollte sein, Hufe bereits vom Tag der Geburt an gesund zu erhalten. Dadurch würde die Gesundheit des gesamten Pferdes gefördert und Folgeerkrankungen, die sich aus inadäquaten Hufzuständen ergeben können, vermieden.

 

Viele Pferdebesitzer erfahren erst nach einem langen Leidensweg ihres Pferdes von der Idee der natürlichen Hufbearbeitung. Wenn die traditionellen Methoden der Problembehandlung wie Beschläge, Spezialbeschläge, Schmerzmittel u.s.w. nicht mehr funktionieren. Der entscheidende Unterschied zwischen der Huforthopädie   und der herkömmlichen Hufbearbeitung ist die Verhütung bzw. Behandlung der Ursachen, die sich hinter einer ungünstigen Veränderung der Hufe verbergen.

Meine Hufbearbeitung zielt darauf hinaus, die Hufe so zu bearbeiten, dass die Entwicklung eines Hufes durch gezielte und fortlaufende Bearbeitung zur Umkehr der negativen Prozesse veranlasst wird. Einziges Arbeitsmaterial dabei ist das ständig nachwachsende Hufhorn, sodass schon bei der Hornbildung eine physiologisch günstige orthopädische Entwicklung stattfinden kann.

Die Huforthopädie bedient sich zur Rückgestaltung des Hufes in seine physiologische Form der gleichen Kräfte, die ihn zuvor deformiert haben. Deshalb erfolgen Korrekturen meist in kurzen Abständen.

Um ausser Form geratene Hufe wieder ins Gleichgewicht zu bringen braucht man viel Geduld und Zeit. Eben die gleiche  Zeitdauer welche zur Verformung beigetragen hat. Bis ein Huf nach der Erstbehandlung völlig aus neu gewachsenem Horn besteht, vergehen ca. neun Monate. Vorher sind Verbesserungen der Hufsituation für den Laien oft kaum erkennbar. Auch die Bänder, Sehnen und Gelenke brauchen diese Zeit um sich den veränderten Verhältnissen anzupassen.

In der Huforthopädie wird auf langfristige Verbesserung der Hufsituation gesetzt. Das kann einen zeitlich begrenzten Nutzungsausfall für das Pferd bedeuten. Im Sinne des Tierschutzgesetz kein ungewöhnlicher Vorgang.